Mensch.

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Klippen

 

 

 

Der Tag hat sich verabschiedet, nichts als die Dunkelheit umhüllt die Stille, die mich auf den Klippen erwartet. Stille, die laut ist. Stille, die sich Gehör verschaffen will. Stille, die ich nicht verstehen kann.

Meine Augen suchen sie, etwas nervös und doch voller Ungeduld.

Trotz der unglaublichen Kälte, die mich umhüllt, habe ich schwitzige Hände, denn ich weiß nicht, ob ich willkommen bin.

Ich suche.

Plötzlich nehme ich eine Bewegung wahr und sehe sie auf einer der kleinen Klippen stehen. Das Meer scheint mit ihr zu sprechen, es klingt ungestüm, fast als würde es all die Klagen aus sich hinaus schreien. Eine Sprache, die mir verwehrt zu bleiben scheint. Sie schließt die Augen, das sehe ich, ihr Haar tost mit dem Wind und scheint ein eigenes Leben zu besitzen. Die Wellen schlagen, immer höher und sind ohrenbetäubend.

 


Eine melancholische Stimmung liegt in der Luft. Ich beobachte sie, sie die diese Melancholie unterstreicht, sie gar verkörpert. Leise rieselt der Regen.



Mit langsamen Schritten wage ich mich in ihre Nähe, fast geräuschlos bleibe ich hinter ihr stehen. Ich habe Angst. Angst, dass sie mich wegschickt. Keine Regung ihrerseits, kein Blick, der mir den Raum gewährt, hinein zu schreiten. Keine Geste, die “bleib”, oder “geh” ausspricht. Nur das Meer, laut – und der Himmel wissend.

Ich nehme ihren Duft wahr, schließe die Augen, um mit ihr zu sein. Reiche ihr meine Hände in Gedanken. Warte ab. Sie dreht sich zu mir, ihr Blick ist unverändert. Ich verstehe es nicht. Sie sucht, nur bin ich nicht das, wonach sie sucht.


 

 Autorin: Alma September

 

 

 

Veröffentlicht/ Kurzgeschichte “ Klippen“ bei kwalae verlag.magazin

 

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