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„wieviel gibt Frau für die Frau die sie liebt auf?“

 

eine interessante frage, wenn man sich die zeit nimmt und darüber nachdenkt.
manch eine macht die antwort, sowie die entscheidung, abhängig davon, wie tief die liebe ist und vor allen dingen, ob die gefühle nicht nur einseitig gelebt werden.
verständlich.
dennoch käme mir diese frage nicht recht.
warum?

weil ich selten den sinn in einer sache sehe, die aus aufgeben und abwiegen besteht.
in meinen augen ist die liebe “natürlich,” etwas wundervolles. die zeit, die man miteinander verbringt, die leidenschaft, die man spürt und auch spüren lässt, diese kleinen aufmerksamkeiten, in denen man aufgeht.
all das und vieles andere sind dazu da um, unsere entscheidungen zu bekräftigen oder zu überdenken.

die vorraussetzung hierfür, so meinen viele frauen, ist die “richtige” anzutreffen. nun gut, viele menschen warten auf das richtige in ihrem leben und wann wir das richtige oder die richtige antreffen werden, wissen wir nicht. wir wissen in manchen augenblicken nicht mal, ob es schon so weit war oder vergangen ist.

also bleibt mir nichts anderes übrig, als weiter zu denken und
bei meiner eigenen überzeugung ein wenig zu weilen, nämlich, mich und mein dasein, was viele facetten hat und auch lebenswert macht, nicht aufzugeben, weil die einfachheit von entscheidungen inzwischen einer norm entspricht, die nicht gerade von einem erwartet, über konsequenzen nachzudenken.

ein gesunder egosimus hat bis heute niemandem geschadet, dieser gedankengang ist mir bitte nicht übel zu nehmen, denn im grunde möchte ich, dass frauen nachdenken, nachdenken über die dinge, die sie bereit wären, aufgeben zu wollen oder die ausschlaggebend dafür sind, sein eigenes wohlbefinden und die sehnsucht zu unterschätzen.

die rosarote brille ist nicht immer vorhanden. irgendwann schwindet sie, manchmal radikal, manchmal schleichend, aber sie schwindet, die farbe verblasst, die innere unruhe steigt, wenn eine klare und offene aussprache nicht vorhanden ist.
der druck an liebesbeweisen scheint kein ende zu nehmen und irgendwann findet man sich in einer situation wieder, in der die liebe, die man bereit war, zu schenken und es auch tat, nicht mehr ausreicht.

ein unterschwelliger ton führt die regie .
die bereitschaft, auszuwandern, die ansichten der frau, die man liebt, zu übernehmen, die eigene familie und freunde auf den zweiten platz zu setzen und nur dort zu sein, wo die geliebte ist, ist eine der vielen (fehl-) entscheidungen.
ich denke, dass es eine bereicherung und kein aufgeben bedeutet, dass menschen sich kennenlernen und ihre unterschiedlichen gedankengänge miteinander teilen.
es ist nichts verwerfliches daran, aus einem gedanken- und charaktergut etwas zu verinnerlichen und mitzunehmen.

aber es ist wichtig, sich selbst und das eigene leben nicht zu vergessen.
es ist wichtig, keine reue zu empfinden. wichtig, ein wir auszusprechen, in dem klar und deutlich auch ein ich zu hören ist.
wichtig, das herz nicht zu ignorieren, aber seinen verstand nicht abzuschalten. 

 

 

 

Autorin: Alma September/ H.Ö.

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